Die Geschichte der Skieriege Wasen

Der Skisport entwickelte sich in unserer Region ab den 1920er-Jahren. Die Winter waren damals streng und schneereich, die Strassen wurden noch mit Pferdepflügen geräumt und Schlitten waren weiter verbreitet als Skier. Skifahrer galten als Exoten und waren mit einfachen Holzskiern, Lederbindungen und Alltagskleidung unterwegs.

Trotz der einfachen Ausrüstung gewann der Skisport zunehmend an Beliebtheit. Kinder übten mit Fassdauben oder selbst gebauten «Schnüerliski», während Erwachsene vor allem den Telemark-Schwung nutzten. In Sumiswald und Wasen entstanden erste Skiclubs, die den Sport förderten. Engagierte Lehrer ermöglichten mit der Aktion «Gratis-Ski» auch Kindern aus weniger wohlhabenden Familien das Skifahren.

1942 fand in Wasen das erste Skirennen statt. Die unpräparierte Abfahrt führte vom Widenspitz über den Widenwald und Steinacker nach Fuhren. Der damalige Skiclub Wasen wurde jedoch nach etwa zehn Jahren wieder aufgelöst. Die Kriegsjahre von 1939 bis 1945 bremsten den Skisport nur anfänglich. Durch die Ski- und Wintergebirgskurse der Armee entdeckten viele Männer das Skifahren für sich.

Da Wasen zu dieser Zeit keinen eigenen Skiclub mehr hatte, schlossen sich zahlreiche Wäseler dem Skiclub Sumiswald an. Der spätere Skiclub Sumiswald-Wasen war besonders im Bereich Skitouren sehr aktiv. Daneben organisierte er Skikurse, Trainings, Lokalrennen und gemeinsam mit dem Reitverein sogar einen Skijöring-Anlass.

Mit der Zeit entstand in Wasen erneut der Wunsch nach einem eigenen Verein. Unterstützt durch den Turnverein und dessen starke Jugendriege wurde am 11. November 1947 die Skiriege Turnverein Wasen gegründet. Aus ihr entstand die heutige Skiriege Wasen.


Höhepunkte von vor der Jahrtausendwende

1947
Zehn Skipioniere gründen im November 1947 die Skiriege Wasen.

1948
Damit auch abends trainiert werden kann, werden im Flückweidli Scheinwerfer montiert.

1949
Der Bödeli-Slalom wird zum ersten Mal durchgeführt.

1960
Der weltberühmte Bödeliskilift wird gebaut. Die Skiriege beteiligt sich mit einer Aktie im Wert von Fr. 250.– und vielen Fronarbeitsstunden.

1962
Im Andenken an einen verunfallten Kameraden wird der Peter-Stähli-Gedenkslalom anstelle des Bödeli-Slaloms ins Leben gerufen.

1968
In Zusammenarbeit mit dem Turnverein führt die Skiriege den Eidgenössischen Turnerskitag in Wasen durch. Am Grossanlass nehmen über 400 Personen teil. Dank des grossen Einsatzes aller Turnenden funktioniert die Organisation reibungslos. Die beauftragte externe Zeitmessung ist hingegen überfordert.

1969
Der legendäre hellblaue Skiriege-Pullover wird angeschafft.

1984
An einer ausserordentlichen Hauptversammlung werden die Statuten revidiert. Unter anderem entfällt die obligatorische Passivmitgliedschaft im Turnverein.

Die Skiriege tritt der neu entstandenen Loipenvereinigung des SSV bei. Auf Initiative von Ruedi Nyffenegger werden in der Kurzenei fünf Scheinwerfer montiert und damit die Nachtloipe ins Leben gerufen.

1985
Markus Muhmenthaler und Ruedi Nyffenegger organisieren das erste JO-Lager auf dem Oberalppass.

Eine Gemäldeausstellung mit Toni Kropf wird zum grossen Erfolg und bringt rund Fr. 10’000.– für die Anschaffung eines Loipenspurgeräts ein.

1986
Mit der Anschaffung des Loipenspurgeräts «Bombi» geht für Res Eggimann ein Traum in Erfüllung. Das Spuren in der Kurzenei wird dadurch stark vereinfacht.

1990
Die Skiriege muss sich vom beliebten Bödeliskilift mit seinen Holzbügeln und der berühmten Schneise verabschieden.

1995
Das Damenteam gewinnt in Grindelwald den Eidgenössischen Turnerskitag.


Die Geschichte der Langlaufloipe in der Kurzenei

Die Anfänge der Langlaufloipe Wasen reichen bis in die frühen 1960er-Jahre zurück. Damals wurden die Spuren noch von Hand angelegt: Nach einem Schneefall liefen die ersten Langläufer mehrmals dieselbe Runde, um eine Haupt- und zwei Stockspuren zu schaffen. Mit dem wachsenden Interesse am Langlaufsport – besonders nach dem Schweizer Olympiaerfolg von Sepp Haas im Jahr 1968 – stieg auch in Wasen die Nachfrage nach einer gut präparierten Loipe.

Toni Kropf schenkte der Skiriege ein erstes Schneemobil, wodurch die Loipenpräparation deutlich erleichtert wurde. Nachdem sich die bisherige Streckenführung wegen Schneemangels und Wind als ungeeignet erwiesen hatte, wurde die Loipe in die schneesichere Kurzenei verlegt. Unterstützt durch Gönner konnten Treibstoff, Reparaturen und Ersatzteile finanziert werden.

1984 trat die Skiriege der Arbeitsgemeinschaft Loipenunterhalt bei. Gleichzeitig wurde auf Initiative von Ruedi Nyffenegger eine Beleuchtung installiert und damit die Nachtloipe geschaffen. Dank einer erfolgreichen Sammelaktion und einer Gemäldeausstellung von Toni Kropf konnte Ende 1986 für Fr. 30’000.– das Raupenfahrzeug «Bombi» angeschafft werden. Dieses ermöglichte erstmals das gleichzeitige Präparieren von zwei hochwertigen Spuren.

Mit dem Aufkommen der Skating-Technik wurde zusätzlich eine gewalzte Piste eingerichtet. 1992 ergänzte das neue Schneemobil «Oklebo» den Maschinenpark. Die Loipe Kurzenei entwickelte sich so über viele Jahre zu einem beliebten Wintersportangebot für Einheimische und Gäste.